Glossar

AAF:

AAF (Advanced Authoring Format) ist ein Dateiformat, das z.B. den Transfer und Austausch von Video und Audiodaten inkl. der Metadaten wie Fades und Lautstärkeinformationen zwischen unterschiedlichen Schnittprogrammen und Plattformen ermöglicht. So können z.B. die Audiospuren einer Filmschnitt-Timeline für die Tonnachbearbeitung verfügbar gemacht werden. Vgl. OMFi

Atmos:

Unter Atmos (Abkürzung für Atmosphären) versteht man die Aufnahmen der Hintergrundgeräusche eines Ortes oder einer Situation, z.B. das Vogelzwitschern, die Windgeräusche und das Wasserplätschern an einem Waldsee. In der Regel sind es längere Aufnahmen mit gleichbleibendem oder nur leicht wechselnden Klangcharakter. Sie dienen dazu, der Filmszene einen homogenen zu verleihen. Da die Dialog- oder Interviewspur in ihrem Toncharakter unter Umständen durch den Filmschnitt stark variiert, hilft eine Atmo, Tonsprünge zu glätten oder zu kaschieren. Der Zuschauer bleibt akustisch am selben Ort und somit in der Handlung.
Atmos werden häufig am Set in Stereo oder Surround aufgenommen. Diese mitaufgenommenen Rauminformationen ermöglichen es, zusätzlich noch den Eindruck von “Weite” oder “Enge”, “Nähe” oder “Ferne” zu vermitteln. Der Ton wird “reicher”.

Klassische Beispiele von Atmos sind “Straßenverkehr”, “Vogelzwitschern”, “Wind”, “Wellen” aber auch “Restaurant”, “Kindergarten” und “Warenhaus”.
Vor allem letztere Beispiele sollten während des Filmdrehs am Drehort aufgenommen werden, denn Aufnahmen mit menschlichen Stimmen können oft nur unbefriedigend aus Geräuscharchiven oder durch Synchoaufnahmen ersetzt werden.

Downmix:

Der Downmix findet statt, wenn z.B. aus einer 5.1 Mehrkanalmischung (für Kino und/oder DVD) eine Stereomischung für TV oder Internet erstellt werden soll. Die Mischung wird dann in der Regel nicht komplett neu gemacht sondern aus der Mehrkanalmischung wird die Stereomischung mit eventuell leichten Korrekturen “runtergezogen”.

Eingangsprüfung:

Die Audiodaten müssen vom Videoschnittplatz ins Tonstudio transferiert werden. Das geschieht in der Regel über OMFi oder AAF -Dateien. Zusätzlich wird noch der Film als Videodatei z.B. als .MOV-Datei angeliefert. Dieser Transfer sollte als allererstes geprüft werden.
Kann alles geladen und gelesen werden?
Ist alles Synchron?

Foley:

Das Foley ist der Vorgang des “Geräuschemachens”.
Hier werden, vor allem für Spielfilme, z.B. Schritte, Türen, Gläser, Teller, Tassen, Kleidungsgeräusche etc. nachgeahmt und aufgenommen.

IT-Mischung:

Soll ein Film eine internationale Tonfassungen bekommen, die in anderen Ländern synchronisiert werden kann, (bei Dokumentarfilm eher unüblich, bei Dokumentationen und Reportagen wahrscheinlich) wird auch noch die IT-Mischung erstellt, d.h. eine Mischung ohne deutschen Kommentar und/oder Voile over, die leicht für andere Sprachversionen weiterverarbeitet werden kann.

Mischung:

Alle Audiosignale, Sprache, O-Töne, Atmos und Musik werden zu einer Tonspur gemischt, d.h. die Lautstärke und die Raumposition der Tone werden gesetzt.
Wie laut ist das Autogeräusch unter dem Interview zu hören? Fährt der Wagen von links nach rechts?
Soll der Wagen schon vor seinem Erscheinen im Bild zu hören sein?
Wieviel leiser als die Sprache ist die Musik? Und so weiter…

Die Eingriffe könne hier immer noch von subtil bis drastisch sein.
Erst bei der Mischung erhält der Film “seinen Ton”.

Mono:

Mono bedeutet “einstimmig” bzw. bei einer Tonmischung “einkanalig”.
Eine Monomischung enthält keinerlei Rauminformationen, d.b. es gibt im Ton kein links oder rechts für den Betrachter. Alles klingt aus einem Lautsprecher bzw. aus allen angeschlossenen Lautsprechern erklingt dieselbe Audioinformation.

In den seltesten Fällen werden für Kino und auf DVD heute noch Monotonspuren produziert. Allerdings sind viele Dokumentationen und Reportagen für das Fernsehen heute “quasi” Mono – nur die Musik wird dort Stereo eingesetzt, der Rest ist oftmals Mono.
Vgl. Stereo und Surround

Musikschnitt bzw. Komposition:

Musik wird für den Film komponiert und produziert bzw. bereits bestehende Musik auf den Film geschnitten. Diese Arbeit findet manchmal schon vor oder während des Filmschnitts statt. Aber einen finalen Feinschliff gibt es nicht selten im Tonstudio während des Sounddesigns oder der Mischung.

O-Ton:

Mit O-Ton (Originalton) bezeichnet man den Vor-Ort/am Drehort aufgenommenen Ton. Dabei kann es sich sowohl im Interviews und Dialoge handeln als auch die Geräusche, die der Protagonist oder die Szenerie produziert, z.B. Schritte, Bewegungen, Arbeitsgeräusche oder auch Tiere und Geräte. Diese O-Ton Aufnahmen bilden die Basis für den späteren Filmton. Sie sollten am Drehort vom Profi mit größter Sorgfalt aufgenommen werden. Das falsch aufgenommene und damit verzerrte Zitat des Protagonisten lässt sich unter Umständen im Tonstudio nicht ausreichend restaurieren und wird leider unbrauchbar…

OMFi:

´OMFi (Open Media Framework Interchange) ist ein Dateiformat, das z.B. den Transfer von Video und Audiodaten inkl. der Metadaten, z.B. Fades und Lautstärkeinformationen, zwischen unterschiedlichen Schnittprogrammen und Plattformen ermöglicht. So können die Audiospuren einer Filmschnitt-Timeline für die Tonnachbearbeitung verfügbar gemacht werden. Vgl. AAF

Pro Toos:

Pro Tools ist der Name der meist verbreitetsten Audioworkstation. Dieses Programm wird auf der ganzen Welt eingesetzt und stellt somit die Standart-Software für die Audiopostproduktion von Kinofilmen und Fernsehbeiträgen.

Restauration:

Störgeräusche, Brummen, Knacksen, Rauschen werden – soweit es möglich ist und sofern es gewünscht ist – entfernt.
Ggf. müssen Tonaussetzer und Löcher rekonstruiert werden.

Sounddesign:

Das Sounddesign ist das Erstellen einer zum Film und zur Intension des Regisseurs passenden Klangwelt.
Natürliche oder auch künstliche Geräusche, je nach Sujet, werden hinzugefügt – aus den Aufnahmen vom Set, aus Geräuscharchiven, aus elektronischen Klangerzeugern, aus elektrischen, elektronischen und akustischen Instrumenten. Der Sounddesigner hat viele Berührungspunkte zu Foley-Artists und Komponisten.

Sprachaufnahme:

Gegebenenfalls soll ein Kommentartext zum Film aufgenommen werden. Möglicherweise auch “Voice-Over” mit verschiedenen Sprechern, vielleicht auch in verschiedenen Sprachen. Diese Aufnahmen finden in der akustisch von der Außenwelt abgetrennten Sprachkabine, mit veränderbaren Raumcharakteristika, statt.

Stereo:

Der Begriff Stereo bezeichnet, vereinfacht ausgedrückt, eine 2 Kanal-Tonaufnahme, die Rauminformationen wie “links”, “mittig” oder auch “halbrechts” enthalten kann.
Sie wird mit 2 oder mehr Mikrofonen aufgenommen und über zwei räumlich getrennte Lautsprecher wiedergegeben und schafft so für den Zuhörer den Eindruck einer räumlichen Vorführung.

Gewissermaßen alle Musik-CDs sind in Stereo. Ein überwiegende Teil der Fernsehbeiträge, Serien und  Filme werden noch in Stereo ausgestrahlt.
Im Kino, bei Blue-Ray und DVD haben sich allerdings Surround (Mehrkanal) Formate durchgesetzt.
Vgl. Mono und Surround

Surround:

Surroundton (Mehrkanalton) stellt eine Weiterentwicklung von Stereoton dar. Das gebräuchlichste Format ist das 5.1 Format.
Zusätzlich zum linken und rechten Kanal einer Stereoaufnahme bzw. Stereomischung kommen hier noch ein Mittenkanal (Center), zwei Kanäle für Hinten Links (Left Surround) und Hintern Rechts (Right Surround) und ein Kanal für tieffrequente Basssignale (LFE/ Low Frequency Effects) hinzu. Das bedeutet, der Zuhörer ist von mind. 6 Lautsprechern umgeben, die ihn in das Klangfeld des Filmes einhüllen.

Mehrkanalton ist im Kino und auf Blue-Ray und DVD Standart. Der überwiegende Teil der Fernsehbeiträge, Serien und  Filme werden noch in Stereo ausgestrahlt.
Unzählige weitere Formatvarianten von 7.1 bis zu 23.1 gibt es zusätzlich, die sich allerdings nur bisher nur in Spielfilmen durchgesetzt haben
Vgl. Mono und Stereo

Synchroncheck:

Audio und Videodateien werden als getrennte Dateien in unterschiedlichen Programmen bearbeitet, aber sie müssen über den gesamten Arbeitsverlauf synchron zueinander laufen. Vor allem beim Import der angelieferten Töne und beim Export der Mischungen sollte also die Synchronizität noch einmal genau geprüft werden.

Tonschnitt / Soundedit:

Hier werden Tonsprünge und Tonlöcher der O-Tonspur geglättet und gefüllt.
Stellen werden ggf. mit “Material aus der Nachbarschaft” rekonstruiert,
Sprache und Töne werden ggf. schon vorgefiltert, Blenden gesetzt, Lautstärkesprünge ausgeglichen. Der Tonschnitt schafft aus dem vorhandenen O-Ton (ggf. unter Zuhilfenahme von einigen Archivtönen) die Basis des Filmton. Dieser wird dann vor der Mischung durch Sounddesign, Foley und Musik vervollständigt.

Vorbesprechung:

Eine Vorbesprechung mit Regie, Produktion, Settonmeister und Cutter findet leider nicht immer statt, ist aber immer wünschenswert und auch früchtetragend.

Es gilt einige Dinge zu besprechen, technische aber auch inhaltliche:
In welchem Tonformat werden O-Ton bzw Atmos aufgenommen: Mono, M/S, Stereo, 5.1?
In welchem Tonformat soll die Postproduktion stattfinden: Mono, Stereo, 5.1, 7,1?
Welches ist das Übergabeformat vom Schnittplatz zum Tonstudio: OMFI? 48kHz o. 96kHz, 16 o. 24bit, 24,25 oder 29,97 FPS?

Wie soll der Film klingen?
Artifiziell, realistisch, klein, groß, antizipierend-kommentierend, neutral…
Wird Musik eingesetzt?
Werden Musiken vor Ort aufgenommen?
Es gibt viele Fragen zu klären…